Holz, Schnur, Wachs, Zündhölzli und Zeitungspapier: Daraus besteht der Feurige Martin. Doch das Recyclingprodukt der Martin Stiftung kann viel mehr als Feuer zu entfachen

Sie lachen, runzeln die Stirn, verziehen den Mund – und jeder Feurige Martin trägt den Hut auf seine Art.

Das Produkt zu entwickeln, dauerte ein gutes Jahr. «Wir waren auf der Suche nach einer Anzündhilfe, bei der die Mitarbeitenden alle Schritte grösstmöglich alleine machen können», sagt Ivonne Schärff vom Jugendatelier.

Das wurde umgesetzt bei allen 20 Arbeitsschritten: «Jeder Mitarbeitende hat andere Vorlieben wie stanzen oder abzählen, aber jeder hat auch die Chance, die verschiedenen Arbeitsschritte zu lernen», sagt Esther Feucht vom Holzatelier.

Doch neben der selbstständigen Arbeit zeichnet den Feurigen Martin noch etwas aus: Er ist ein Gemeinschaftswerk. Alle sieben Ateliers der Martin Stiftung sind an der Produktion beteiligt. Dazu zählen unter anderem das Textilatelier, das Holzatelier und das Jugendatelier sowie die Werkgruppen und Grünplus.

Dank dieser intensiven Zusammenarbeit werden schon im ersten Produktionsjahr 150 Schachteln mit je zehn Anzündmännli produziert.

Und so geht’s:

Schritt für Schritt zum Feurigen Martin (vielleicht in einen Kasten)

  1. Holzstücke mit der Spaltmaschine spalten
  2. Holzstäbe sortieren
  3. Holz bündeln mithilfe einer Schablone und Gümmeli
  4. Zündschnur um den fertigen Körper vom Feurigen Martin wickeln
  5. Zeitungen falten
  6. Hüte stanzen aus Zeitungspapier, in zwei Grössen
  7. Hüte lochen mithilfe von Schablonen
  8. Hüte abzählen
  9. Nun fehlt nur noch der Kopf: Dazu gekaufte Anzündhilfen wachsen
  10. Anzündhilfen in zwei oder drei Teile sägen
  11. Kopf durchbohren
  12. Kleine Hüte auf Zündholz stecken
  13. Grosse Hüte auf Zündholz stecken
  14. Kopf auf Zündholz stecken
  15. Fertigen Kopf mit Hut mit dem Körper zusammenstecken
  16. Gesicht aufmalen
  17. Schachtel falten
  18. Flammen-Etiketten herstellen
  19. Feurigen Martin in Schachtel füllen
  20. Etiketten aufkleben

Apropos: Der Feurige Martin besteht nur aus Materialien, die auch verbrannt werden dürfen. Der Schachtel muss in der Kartonsammlung entsorgt werden.

Sind Sie Feuer und Flamme für den Feurigen Martin?

Dann finden Sie ihn in unserem Online-Shop und im Quartierladen Zum Feinen Martin. Der Biohof der Martin Stiftung verkauft zudem Brennholz und Anzündholz.

Jetzt kann die Cheminée-Saison beginnen.

Bilder: Esther Feucht und Torvioll Jashari